| Das Vorderbein bringt die Entscheidung |
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| Sonntag, den 08. August 2010 um 19:03 Uhr | |||
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Das Vorderbein bringt die Entscheidung
Hülsten (geg). „Gute Kuh, Bauer“, lobte Tobias Eiling am Ende des ersten Hülstener Kuhfladenroulettes, veranstaltet vom Fußballverein Blau-Weiß Hülsten. Die Kuh stand um genau 20 Uhr mit dem rechten Vorderbein auf „seinem“ Feld: B8. Eiling, als Gewinner der „Kuhriosen“ Veranstaltung, freut sich nun auf den Preis - eine gemeinsame Reise mit Marie Löbbing in die „Stadt der Liebe“, nämlich Paris.
Erstmals in der Geschichte verwandelte sich die Festwiese des Schützenvereins in ein überdimensionales Spielfeld. Zaungäste vermuteten, dass die Kuh aus diesem Grund dem Gras so reichlich zusprach, denn: „Das ist mit Bier gedüngt.“ Die vielen Zuschauer wurden Augenzeugen eines tierischen Ausläufers des bekannten Glücksspiels Roulette. Ein Teil der Festwiese, in 81 gleich große Quadrate aufgeteilt, bildete das Spielfeld. Die Regeln waren leicht zu begreifen: Statt einer Kugel „rotierte“ auf der Schützenfestwiese die Kuh. Aber nicht dort, wo diese liegen blieb, sondern dort, wo sie etwas fallen ließ, befand sich das Glücksfeld. Das Glück lag also im Darmausgang einer Kuh oder hing als Alternative an dem rechten Vorderbein.
Einen Fladen ließ der Wiederkäuer während der Spieldauer nämlich nicht fallen. „Das Tier war ein wenig aufgeregt und hat sich auf dem Hof schon reichlich entleert“, erzählte Besitzer Jürgen Wesseling. Den letzten Rest ließ die Kuh dann genau vor dem Spielfeld fallen.
Alle Einsätze waren längst getätigt, als sich die Kuh mit der Nummer 20867 im Ohr zunächst etwas widerwillig, aber nach dem ersten kurzen Schrecken ausgesprochen flink in Bewegung setzte. Mit aufgestellten Ohren und verwundertem Augenaufschlag betrachtete das Tier das Geschehen um sich herum. Aufgeregt lief es zu den Kindern an der einen Zaunseite und immer wieder in Richtung Feld A8 und A9 auf der anderen Seite. An dessen Ende saß hinter dem Zaun Rebecca Sengenhorst mit Greta und ihrem jungen Hund. Diesen Vierbeiner mochte die Kuh, das war nicht zu übersehen. Immer wieder ließ sie sich anlocken und schnupperte in Richtung Hundeschnäuzchen. Und auch die kleine Greta übte auf die Kuh eine magische Anziehungskraft aus. Doch auch diese „Tricks“ halfen der jungen Frau leider nicht zu der Reise. Eine Beeinflussung des Tieres durch Futter oder ähnliches war nicht gestattet. So versuchten die Spieler, die Kuh verbal zu beeinflussen. Zum Subjekt der Anfeuerungsrufe wurden dabei die Exkremente des Tieres. Diese sollte im Urzustand aus dem Hintern einer Kuh, nicht aber als Wort aus dem Munde von anständigen Menschen kommen. Darum wird der Wortlaut hier nicht wiedergegeben. 45 Sekunden vor Spielablauf wurde es dann dramatisch. Die Kuh stand mit dem rechten Vorderfuß in der Mitte von vier sich treffenden Linien und schaute sich die herabhängenden Blätter eines Baumes an. In den letzten zehn Sekunden vollzog sich die entscheidende Wendung. Das Tier stellte sich mit dem entscheidenden Bein auf das Feld B8 und Wettkönig Tobias Eiling strahlte.
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